Gunter Dueck im VENTURE AI Podcast: Roboter als fertige Produkte denken

Im VENTURE AI Podcast spricht Norman Müller mit Prof. Dr. Gunter Dueck über humanoide Roboter und Deutschlands Rolle bei ihrer Entwicklung. Der Mathematiker, Informatiker und ehemalige Chief Technology Officer von IBM Deutschland stellt in der am 29. Oktober veröffentlichten Folge Überlegungen aus seinem neuen Buch „Die neue Krone der Schöpfung“ vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Unternehmen aus technischen Fähigkeiten Produkte für konkrete Aufgaben entwickeln und welche Arbeit Menschen künftig übernehmen könnten.

Dueck kritisiert im Gespräch den Anspruch, einzelne Bauteile bis zur Perfektion zu entwickeln, bevor sich Unternehmen mit einem marktfähigen Gesamtprodukt befassen. Er möchte früher prüfen, ob eine Lösung ihren vorgesehenen Zweck erfüllt und einen Preis erreicht, den Kunden bezahlen können. Müller knüpft daran die Frage, wie deutsche Unternehmen ihr Wissen aus bestehenden Industrien für neue Anwendungen nutzen können. Die Folge behandelt diese Positionen als Einschätzungen der Gesprächspartner und liefert keine Marktprognose oder unabhängigen Produkttests.

Am Beispiel möglicher Unterstützung im Alter unterscheiden die beiden zwischen Aufgaben mit verschiedenen Anforderungen. Ein Roboter könnte an Mahlzeiten erinnern, bei Einkäufen helfen oder zu einem Spaziergang ermuntern. Körperliche Unterstützung verlangt andere Fähigkeiten und Sicherheitsvorkehrungen. Ob eine bestimmte Maschine im Alltag zuverlässig und bezahlbar helfen kann, müsste für den jeweiligen Einsatz geprüft werden. Dueck spricht auch darüber, wie das Erscheinungsbild eines Roboters die Akzeptanz beeinflussen könnte.

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Zukunft menschlicher Arbeit. Dueck beschreibt mit dem Begriff des Funktionsmenschen berufliches Verhalten nach festgelegten Abläufen und Anreizen. Er fragt, welche dieser Vorgaben sich als Vorlage für Maschinen eignen könnten. Müller schlägt eine Rolle vor, in der Menschen Aufgaben verteilen, Werkzeuge auswählen und deren Zusammenspiel beurteilen. Dueck hält dagegen, dass dieses Rollenbild noch keinen neuen Arbeitsplatz für jeden Betroffenen schafft.

Das Gespräch richtet sich an Verantwortliche in Industrie und Unternehmensführung sowie an Menschen, die sich mit den gesellschaftlichen Folgen von Robotik befassen. Die vollständige Folge „KI und Roboter: Wer braucht uns noch? (#1314)“ dauert rund 63 Minuten und ist auf VENTURE AI STACK, Apple Podcasts und YouTube öffentlich erreichbar.

Zur Folge: https://www.ventureaistack.com/p/ki-und-roboter-wer-braucht-uns-noch

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